Ottmanngut | Gedanken im April

Martin Kirchlechner

14. April

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Gedanken im April

Wir haben nun Mitte April, das heißt wir haben erst seit Kurzem unsere Türen (wieder)geöffnet und uns aus unserem Winterschlaf begeben. Oft werde ich gefragt, ob die Erleichterung nicht riesengroß sei, wenn wir im Winter unsere Türen schließen und für einige Zeit keine Gäste im Ottmanngut sind. Ich antworte meist: "Ja schon, ein wenig Pause braucht man eben." Doch die Wahrheit ist, die Erleichterung und die Freude beim Aufsperren sind noch viel größer.

Die Wochen der Winterpause bestehen meist aus ein wenig Urlaub, etwas mehr Schlaf und mit Sicherheit mehr Freizeit. Doch sind diese Wochen auch dicht gefüllt mit Gedanken zur neuen Saison und mit Fragen von Anderen zu eben dieser: "Habt ihr umgebaut? Gibt es neue Zimmer? Habt ihr euch vergrößert? " Wenn man dies dann alles verneint, erntet man so manches Mal verwunderte Blicke und geht oft mit leichten Magenschmerzen aus dem Gespräch. Hätten wir vielleicht doch etwas machen müssen? Man möchte ja den Anschluss nicht verpassen.

Nun, wir haben an der Grundstruktur nichts verändert. Es waren feinere Schrauben an denen wir gedreht haben, wie neue Silikonfugen, eine neue Schicht weiße Wandfarbe und den ein oder anderen neu bezogenen Lampenschirm. Wir legen unser Augenmerk weiterhin auf das Bestehende, versuchen immer unseren Service und die 'Software' zu verbessern. Doch auch wenn wir keine Bagger und Kräne im und am Haus haben, so sind die Baustellen um die wir uns zumindest gedanklich kümmern doch zahlreich. Auch dabei wird oftmals etwas aufgebaut und kurze Zeit später schon wieder niedergerissen. Die Winterpause besteht also vor allem aus viel Denkarbeit. Ob all die neuen Vorhaben und Ideen dann auch bei den Gästen gut ankommen, das weiß man noch nicht, es sind ja noch keine im Haus. Genau das ist einer der Gründe warum wir uns jedes Jahr wieder aufs Aufsperren freuen.

So besteht der April dann vor allem aus der Freude an der neuen Saison, aus erfreutem Wiedersehen bekannter Gesichter, aus dem Bestaunen der frischen Knospen und Blüten, aus Tatendrang und Unternehmenslust und natürlich aus der Hoffnung, dass unsere Schildkröte Max wieder aufwacht. Doch wir können alle, die hier mitgefiebert haben, beruhigen, Max hat seine Winterstarre nahezu gleichzeitig mit uns beendet.

Wir gehen also frohen Mutes in ein neues Jahr, freuen uns auf ein Wiedersehen mit gewonnen Freunden und sind schon sehr gespannt auf die neuen Bekanntschaften, die wir in diesem Haus machen dürfen.

Herzliche Grüße aus dem Frühstücksraum im Ottmanngut,

Martin Kirchlechner